100 ungelesene e-mail, eine Stunde Schlaf und Regentropfen…

… ich bin total müde, kann kaum glauben plötzlich wieder zu Hause zu sein. Alles wirkt zu unreal, selbst die Tastatur auf der ich gerade schreibe wirkt seltsam fremd, obwohl ich den Rechner schon einige Jahre besitze. So viele Dinge an die ich Wochen lang nicht gedacht habe sind plötzlich wieder vor meinen Augen. Gehören scheinbar mir, stehen in meinem Zimmer, sind mit Erinnerungen behaftet und lassen mich strahlen. Könnte die ganze Zeit mit einem Lächeln dasitzen und sie nur anschauen, wenn mir dazu nicht die Kraft fehlen würde.
Brauch ich die Dinge wirklich alle, wenn ich Tage lang nicht an sie gedacht habe?

Die Luft hier ist anders als drüben in den Staaten. Irgendwie klarer, norddeutscher, riecht richtig heimisch. Es ist gut, aber denoch nicht real. Will einfach noch nicht da sein.
Vermutlich werde ich später aufwachen, instinktiv ein paar Englische Wörter rauskramen und mir ein Frühstück besorgen wollen. Den Schlafsack einrollen, Katzenwäsche machen. Auf’s Rad steigen, die Etappe des Tages beginnen, Mareike oder Lucas begrüßen, den Autoschlüssel drehen und die Zündung aktivieren. Schauen ob es regnet oder die Sonne lacht. Neue Dinge erleben und Fotos schießen.
Irgendetwas was mein Leben die letzten Wochen bestimmt hat. Was so toll war und so viele tolle Erinnerungen in mir, meinem Gehirn, meinen Tagebüchern und meinem Blog festgehalten hat.

Tausend Fotos bestimmt, die darauf warten sortiert, gezeigt und erklärt zu werden. Die entwickelt werden sollten mit vielen kleinen Erinnerungsschnipseln zu einem Album der Impressionen zusammengebastelt werden. Bestimmt. Das muss ich einfach konservieren.

Leute, wenn ihr die Chance habt zu reisen, kann ich euch nur raten das zu machen.
Vorhin im Flugzeug gab es eine Weltkarte auf der man sehen konnte wo sich unser Flugzeug gerade befand und welche Route es nehmen würde. Darauf konnte ich São Paulo, Lima und Neu Delihi erkennen und wäre am liebsten gleich weitergeflogen. Es gibt noch so viele tolle Orte auf dieser Welt, die es sich zu besuchen lohnt. Ich freu mich schon, wenn ich da noch eingies sehen darf.
Pack deine Sachen ein und zieh los.
„Die Welt ist rund, drum Brüder [/Schwestern] lasst uns Reisen“.

Zum Beispiel zum Farmers Market in Davis. Jeden Mittwoch mit Picknick. Wunderbare „Hippies“, tolle, schöne Menschen und furchtbar gut für die Gemeinschaft.
Jetzt schon ein paar Impressionen, später noch einen Eintrag dazu:

Mehr Fotos am Ende des Albums.

Die Sache hier geht nun langsam dem Ende entgegen. Ich werde noch ein, zwei Erfahrungsberichte nachreichen und vielleicht noch sonstige Ergüsse posten. Vielleicht geht es sogar noch weiter, wenn ich feststelle, dass ich irgendwas zu erzählen habe, was Menschen interessieren könnte.
In jedem Fall hat es mich gefreut zu sehen, dass Menschen dieses Blog gelesen haben und ihr mir nette Worte dagelassen habt. Vielen Dank dafür, ich hoffe ihr hattet Freude.
Lasst es euch gut gehen und macht euch ein gutes Wochenende. Ahoi und over and out.

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Postcards

Mir läuft die Zeit davon. Diese Stadt hat so viel zu bieten, zu sehen, zu erleben…
Mir fällt gerade ein, dass ich noch nicht einmal tanzen war in den USA. Das ich noch nach Mission will die murals anschauen. Das das Museum of Modern Art oder das Contemporan Jewish Museum noch aussteht. Der Golden Gate Park mit dem Japanese Tea Garden soll toll sein und ich bin auch noch kein Cable Car gefahren. Mensch, ich glaube ich muss noch mal wiederkommen.

Bevor ich gleich in den Bus steigen muss werde ich jetzt versuchen noch ein, zwei Punkte von meiner „Have to see“-Liste streichen.

Und dann geht die Post ab; sofern ich endlich stamps finde:

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So sieht der Himmel aus…

… der jetzt über mir steht.

Hallo, wie geht’s dir? Denkst du manchmal an mich?

[Quote]Philip Poisel – Wo fängt dein Himmel an? [/Quote]

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Einen gefühlten Marathon durch die Stadt gelaufen. Neben Schweden einen Ort gefunden an dem man alt werden könnte. Liegt es am S? Könnte man nicht auch an deutschen Schulen hier unterrichten? Immerhin hat die Stadt sieberhundertausend, Menschen, die diese Stadt sehr lebenswert machen.
Einen Homeless getroffen. Ortskundig. „Sprechen Sie Deutsch?“ – “ Ja!“; „Haben Sie etwas Geld für einen Obdachlosen“ –  „Nein“. Leider nein. Mein Geld ist weg. Ich kann nur noch mit Kreditkarte zahlen und seine Zähne sind zu schlecht für einen Apfel.

Die Sonne brennt, es ist Sommer in der Stadt oder Frühling, Vorfrühling. Schmetterlinge erwachen, Vögel veranstalten Zaubertänze, wollen beeindrucken, sich paaren, ihre Gefühle freien Lauf lassen.
Diese Stadt hat Kultur, Stil und hippe Viertel. Szeneviertel mit Kinderwagenschiebenden Müttern und Vätern. Prenzlauer Berg, bloß dass es hier wirklich hügelig ist. Als Radler muss man hier Konditionen und Kraft haben.

Ich trinke jetzt Bier gegen Muskelkater, weiß, dass die Wirkung, wenn überhaupt gering ist. Eigentlich weiß ich gar nichts.

Futsch und weg…

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Back in Davis

Es ist irgendwie wie nach Hause kommen. Unser Road Trip ist zu Ende gegangen mit einem fast vollständigen Tag im Auto. Zum Glück oder leider bei Regen. Zum Glück, weil wir ja eh den ganzen Tag fahren mussten und leider, weil wir so keine Pause am Strand oder an schönen Orten entlang der Strecke machen konnten.
Aus dem Auto zu steigen an einem vertrauten Ort war dann echt schön, irgendwie wirklich wie zu Hause ankommen. Sich strecken und recken, duschen und auspacken. Obwohl weiter als bis aus dem Auto packte ich nichts. Ich lebe halt aus dem „Koffer“, was nicht weiter schlimm ist. Ich habe das was ich brauche und fühle mich gut.

Jetzt gehen die Tage hier langsam dem Ende entgegen und ich weiß, dass es eine sehr gute Zeit war, ich bestimmt einiges vermissen werde und gerne noch länger in diesem Land bleiben würde. Meine Einstellung zu diesem Land, was in meinen Vorstellungen so sehr von der Bush-Regierung geprägt war, hat sich fundamental geändert. Ich werde gerne wiederkommen, nicht nur um die Tour komplett zu machen, sondern auch um den Rest des Landes, die vielen anderen Staaten zu erkunden. Andres hat mir von der Möglichkeit erzählt ein Zugticket zu kaufen mit dem man für eine gewisse Zeit in eine Richtung fahren kann. Es wäre also möglich einmal die USA zu umrunden, dass klingt sehr interessant.

Morgen geht es erst einmal noch nach San Francisco. Los Angeles haben wir umfahren, was aufgrund der Straßenverhältnisse die beste Entscheidung war. Die Stadt und ihre Zufahrten sind einfach chaotisch.
Laut Wetterbericht wird es die nächsten Tage in SF sogar trocken bleiben. Am Mittwoch kann ich dann vermutlich noch den Farmers Market hier in Davis genießen und dann geht es Donnerstagmittag mit dem Kopf voller Eindrücken, Fotos und meinem Gepäck wieder back to Germany.

Es war toll, echt toll und spaßig. Unter Flickr habe ich noch mal einen riesigen Haufen Fotos hochgeladen. Habt eine gute Zeit, genießt die Ferien, sofern ihr welche habt oder schreibt gute Abschlussklausuren. Ahoi und auf bald…

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Von Mittelamerika zum Anza Borrego

Wir sind mittlerweile im Anza Borrego Desert State Park angekommen. Auch ein Desert Park, aber mit ganz anderer Vegetation. Keine Joshua Trees, dafür viel mehr blühende Kakteen und Büsche. Wir übernachten mitten im Park in einem „Hotel“, unsere bisher teuerste Unterkunft. Mit rund 35 $ pro Person deutlich mehr als die günstigen Motel Six der vergangenen Nächte.
Dafür konnten wir vorhin den grandiosen Sternenhimmel aus dem Whirlpool genießen, irgendwie dekadent, doch einfach gut. Haben wir uns auch verdient.
Viel haben wir noch nicht gesehen und freuen uns deshalb umso mehr morgen einen etwa drei Meilen langen Trail zu einem Wasserfall machen zu können, bevor wir Richtung Küste, eventuell Los Angeles aufbrechen werden. Vermutlich ist dort mit Regen zu rechnen, was Schade ist, weil wir die letzten Tage gute 20 bis 25 Grad hatten. Genau kann man das ohne die exakte Umrechnung von Fahrenheit in Grad leider nicht sagen. Dieses komplizierte System ist mir ohnehin sehr suspekt. Meilen in Kilometer gehen gerade noch, doch Yards, Foots und Inches werden genauso kompliziert wie eben Fahrenheit in Grad umgerechnet. Ich wundere mich, dass eine Stunde 60 Minuten hat und man sich da nicht auch absetzten wollte.
Am Vormittag sind wir von El Centro zur mexikanischen Grenze aufgebrochen. Das Auto mussten wir aus rechtlichen Gründe hinter der Grenze in Calexico lassen, um zu Fuß nach Mexicali zu gelangen. Die Stadt ist nicht besonders arm, wohl aus Grenznähe, viele fahren tagsüber in die USA um dort zu arbeiten und können mit ihrem Lohn dann in Mexiko sehr gut leben. Doch eine typische Touristenstadt ist Mexicali auch nicht, wir waren gefühlt die Einzigen. Bis auf ein paar Taxifahrer die durch hupen auf sich aufmerksam machten, wurden wir auch kaum aus Konsumgründen angesprochen. Letztlich verbrachten wir hier gut zwei Stunden, erkundeten die Stadt, sahen nette und aggressive Hunde. Hätten beinahe einen mitgenommen, aßen etwas, warm und fettige Teigstangen (Chorros). Meines ist das Essen immer noch nicht, besonders die pürierten Bohnen sind mir zuwider. .
Leider ist die Grenzstadt auch nicht sehr aussagend über das Land. Werde gerne noch einmal zurückkommen um nach Südamerika durchzufahren und mehr über Land und Leute zu erfahren.
Übrigens waren wir am Vortag von Indigo aus noch einmal im National Park und wanderten ungefähr 11km durch die Wüste zur „Lost Palm Trees Oasis“. Eine sehr geniale Wanderung. Leider verfing sich Lasse mit seiner Hand in einem Kaktus und hatte plötzlich mehr als 15 Stacheln in zwei Fingern stecken. Es gelang ihm sich zu befreien, zwar mühsam, doch mit Pinzette und Schere kam er ganz gut frei.
Die Oase liegt etwa fünf ein halb Kilometer vom Parkplatz aus entfernt und besteht eben aus verlassenen Palmen, die in einer Schlucht wohl ausreichend Wasser und Schatten zum Wachsen finden. Die Rücktour verlief dann mehr oder weniger im Laufschritt und dementsprechend zügig. Sogar Französinnen begegneten uns, was mehr oder weniger selten ist, weil außer älteren Amerikanern um diese Jahreszeit hier kaum Touristen unterwegs sind.
Amerikanische Senioren scheinen verstärkt ihr Haus zu verkaufen oder sich zusätzlich einen riesigen RV (Wohnmobil, besser „kleines fahrendes Haus“ in Busgröße) anzuschaffen. Hinten hängt dann meist noch ein SUV, welches die Fahrräder trägt, damit geht es dann durch die Staaten. Keine schlechte Alternative um alt zu werden.
Heute morgen sind dann tatsächlich die angekündigten Wolken  aufgezogen. Wir werden trotzdem aufbrechen. Die versprochenen Fotos werden im Verlauf des Tages folgen. Alles Gute und schon bis in einer Woche. Ahoi und liebe Grüße…

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Wie spielten in der Wüste…

… auf einem riesigen Abenteuerspielplatz und ihr so?

ein ausgetrockneter See

Genial, Gigantisch, Großartig, Atemberaubend, Amazing, Wahnsinnig, irgendwie undglaublich.
Der Joshua Tree National Park hat eine Landschaft zu bieten, die ich so noch nie in meinem Leben gesehen habe.
Schon früh am Morgen zogen wir ein und verließen den Park erst gegen Abend wieder. Der Trip gen Süden und auch ein Auto zu mieten war gold richtig. Auch wenn man vielleicht den Park mit dem Rad erkunden hätte können.

Zu erst einmal war schon die Reise gen Süden von diversen Landschaften gesäumt. Die 99 hinunter war erst eher lahm . Später dann kamen wir an fruchtigen Bergwiesen, Organgen- und Nussplantagen, einem ausgetrockneten See und Schneebedeckten Bergen vorbei.

In 29 Palmtree verbrachten wir in einem günstigen Motel die Nacht. Bevor wir erschöpft von über 500 Meilen Road Trip ins Bett fiehlen entspannten wir im Whirlpool und kochten uns anschließend leckere Nudeln mit Tomatensauce auf dem Gaskocher.

Noch kühle Luft, jedoch wolkenloser Himmel empfing uns am nächsten Morgen. In der Stadt deckten wir uns noch mit einigen Lebensmitteln ein und sahen uns die mehr oder weniger gelungenen Wandbilder an.
Dann ging es in den Park. Gesäumt von Joshua Trees zogen wir ein und verbrachten gut eine Stunde auf ersten riesigen Steinformationen, die wir kletternd erkundeten. Das die Sonne stark brannte nahmen wir aufgrund des Windes kaum war.

Nach einer guten Brotzeit zogen wir auf den Rayn Mountain, etwa 1,5 km hoch bestiegen wir diesen in rund 1,5 h. Der Aufstieg war gut ausgebaut und wir brauchten nur den „Treppen“ folgen. Für diese Jahreszeit und einen „normalen“ Dienstag war der Trail recht gut besucht. Die Aussicht war schließlich der Hammer. Große Teile des Parkes erschlossen sich uns und in der Ferne sah man die doppelt so hohen Schnee bedeckten Mountains.
Bergab gelangten wir fast doppelt so schnell, sahen einige Eidechsen und fuhren dann Richtung Hidden Valley, um dort eine warme Suppe zu essen. Im Hidden Valley kann man ebenfalls einen kleinen Loop Trail durchlaufen. Umschlossen von bombastischen Felsen. Viele Kletterer scheinen diese Gegend zu lieben und so beobachteten wir einige Climber und waren durchaus neidisch. So waghalsig wie sie konnten wir nicht in den Fels gehen und kamen denoch ziemlich in die Höhe.

Von einem weitern Aussichtspunkt konnte man dann die St. Andreas Fault erahnen. An diesem Punkt treffen Nordamerikanische und Pazifische Kontinentalplatte aufeinander und sorgen im Verlaufe von drei Millionen Jahren dafür, dass die Erde sich um gut sieben Meter südwestlich verschiebt.
Auch Indigo, welches wir Abends erreichen wollten konnte man von dort schon erahnen.

Über einen Kakteengarten und einen, einem Skull ähnlichen, Felsbrocken machten wir uns dann auf den Weg weiter südlich zum Ausgang des Parkes.
Letztlich haben wir die gesamte Helligkeit des Tages ausgenutzt und einen tollen Tag im National Park verbracht. Der trügerisch kühle Wind hat mir dann auch den ersten Sonnenbrand des Jahres bescherrt und so sitze ich nun mit kühlender Aloe Vera-Cremè im Motel, schreibe diesen Eintrag und warte auf die Mitternacht, wenn ich noch kurz meine Übung zur politischen Strukur wählen kann.

Das Abendessen in Indigo war eher mittelprächtig. Man merkt die Nähe zur mexikanischen Grenze bereits und so aßen wir mexikanisch. Leider eher schlecht. Vielleicht steh ich einfach nicht auf traditionlle mexikanische Küche. Auf der anderen Seite der Grenze können wir uns morgen eventuell noch eines besseren belehren lassen.

Die hoffentlich recht eindrucksvollen Fotos gibt es morgen. Mir fallen gleich die Augen, nach diesem wahnsinnigen Tag, zu.
Ahoi und auf bald…

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Regenzeit

Ich sitze im Bus. Im Bus durch die kalifornische Landschaft bis nach Martinez. Eigentlich war das anders geplant. Eigentlich wollte ich schon viel weiter südlich sein und all die Meilen mit dem Rad zurücklegen. Doch jetzt schlägt die Stunde des Wetters, besser des Regens. Er ist gut für die Fische sagt mir ein Einheimischer gestern Abend im Hotel, aber nicht gut für die Fahrradfahrer in dieser Jahreszeit. Ich wusste, dass das Wetter um diese Jahreszeit noch nicht das beste sei. Traf während meiner Tour bislang nur zwei weitere Radler die ebenfalls nach San Francisco wollten. Wo sie abgeblieben sind weiß ich nicht. Ich macht gerade Pause und konnte so schnell nicht einpacken um mich ihnen anzuschließen.
Nachdem ich die Etappe (etwa 90km) von Eureka nach Burlingtion Campground bei strahlendem Sonnenschein und später unter unglaublich großen Redwoods hinter mich brachte, sollte der nächste Tag zur Wasserschlacht werden.
Aber alles der Reihe nach. Als ich am Morgen früh in Eureka aufbrechen wollte erschreckte mich die Meldung vom Seebeben und Tsunami in Japan. Sofort wurde ich mir bewusst, dass eventuell auch die Westküste, am Pazifik gelegen, betroffen sein könnte. Nach einen Klicks erfuhr ich, dass kleinere Wellen erwartet wurden.
Beim Frühstück riet man mir noch bis 11 Uhr zu warten. In Eureka fiel vorsorglich die Schule aus.
Um 11 Uhr gab es keine weiteren Neuigkeiten und ich setzte mich auf’s Rad. Wollte Richtung Hinterland und kam gut voran. Unterwegs sah ich einige Schaulustige, die die Welle mit einem Fernglas erwarteten. Ich fand das irgendwie nicht sehr lustig und hätte mich lieber verzogen. Nun ja…
Nach gut drei Stunden erreicht ich dann den bereits erwarteten „Humboldt Redwood State Park“ den ich über die „Avenue of the Giants“ durchqueren konnte.
Die Tour zog sich und zog sich und unterwegs kam ich bereits an zwei bis drei geschlossen Campingplätzen vorbei, so dass ich einige Sorge hatte keinen richtigen mehr zu finden.
Kurz vor Burlington Campground gesellte sich ein einheimischer Radler zu mir, der mich bis zum Campingplatz begleitete. Er berichtete von 10-15 Radlern täglich im Sommer und das ich erst der dritte im ganzen Monat sei, den er sehe.
Wie die freie Zeit nun mal fällt, so muss sie genutzt werden.

Auf dem Campingplatz begrüßte man mich recht herzlich und verkündete mir, dass ich die Nacht zwischen oder besser in einem riesigen Stamm eines Redwoods verbringen könnte.

Das wollte ich und so baute ich mein Zelt dazwischen auf. Wahnsinn.
Die Nacht blieb trocken und bereits um halb Neun saß ich wieder auf dem Rad. Nach wenigen Kilometer begann dann besagte Wasserschlacht. Es fing erst leicht an zu tröpfeln und regnete dann wie aus Eimern. Ich zog es vor mich unter eine Brücke zurückzuziehen, einen Tee zu trinken und den Regen abzuwarten.
Er ließ nach, hörte aber nie ganz auf. Ich strampelte was die Kraft her gab und fand mich schließlich nach nur etwa 35km im erstbesten Motel an der Strecke. Die warme Dusche und die trockenen Klamotten waren wohltuend. Hier konnte ich auch alles waschen und trocken und bin nun wieder gerüstet für neue Unternehmungen.
Welche noch nicht ganz konkret sind. Vorerst breche ich die Fahrradtour hier im Norden ab und fahre nach Davis zu Mareike und Lasse. Ob es dann noch mit dem Rad von San Francisco weiter gen Süden geht hängt vom Wetter ab.

Gelohnt hat es sich in jedem Fall das Rad mitzunehmen und ich komme gerne noch einmal im Sommer wieder um dann die ganze Strecke von Kanada nach Mexiko zu fahren. Wer beim Lesen Lust bekommen hat kann sich gerne bei mir melden und sich anschließen. Wann auch immer das dann sein wird.
Da M. und L. ab dem 18.03. Spring Break haben werden wir wohl gemeinsam die Bay Area unsicher machen und vielleicht bietet sich ja auch ein Tag am Strand, sowie ein Sprung in den Pazifik an. Cool wär’s schon.
So long. Unter Flickr gibt es wieder ein paar visuelle Eindrücke. Natürlich auch ein Bild vom Zelt im Baum. Ist leider etwas dunkel, da die Bäume doch extrem viel Licht schlucken.
Ahoi und seid alle ganz lieb aus Davis gegrüßt.

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Visuelles…

… so, ich bin immer noch in Eureka. Werde in wenigen Minuten aufbrechen.
Ich bin sehr besorgt um die Menschen in Japan und hoffe hier an der West Küste bleibt es bei der angekündigten zwei Meter Welle.
Ich fahre nun weiter ins Landesinnere um kein Risiko einzugehen.

Unter Flickr findet ihr noch ein paar neue Fotos der letzten Tage.

Morgen oder übermorgen wird es dann vermutlich wieder einen ausführlicheren Bericht geben.

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Two days on road

Ich sitze im Zug nach San Francisco, dass ist nicht ganz richtig, denn der Zug bringt mich nur bis nach Emeryville. Von dort geht dann ein Bus die letzte halbe Stunde in die Stadt. Letztlich fahr ich schon an meinem Ziel (Davis-Sacramento) vorbei. Drum fahre ich von SF wieder mit dem Bus Richtung Norden, nach Eureka. Dies ist der einzig gute Weg um irgendwie an die Küste der nördlichen Californiens zu kommen.
Ich hätte auch unglaubliche 30 Stunden Bus fahren können, wäre dann auch über Sacramento gekommen, aber das schien mir wegen der zahlreichen Umstiege sehr ungünstig.
Jetzt also so. Mittlerweile besitze ich ein Netbook und hatte eigentlich gehofft direkt hier im Zug diesen Eintrag online zu stellen. Aber scheinbar gibt es auf dieser Strecke kein WiFi.
Die letzte Nacht verbrachte ich bei Aggi und Andres, wo ich auch Susanne und Jack traf. Andres und Susanne sind zwei der vier Kinder Aggis und Jack ihr Enkel.
Ich bin froh sie kennengelernt zu haben. Caroline gab mir die Adresse ihrer Tante und Aggi versprach mir ein Bett und eine warme Suppe. Letztlich schneite ich unangekündigt herein und es gab viel leckeres Essen, sowie zufälligen Besuch von Andres, der normalerweise in Indiana wohnt. Neele besuchte ihn und die Familie einst dort.

Sie gaben mir dann den guten Rat die Strecke so zu fahren wie ich es jetzt machen werde. Sie kennen ihr Land sehr gut und Andres plante mit mir den weiteren Verlauf am morgen und brachte mich dann am Abend nach Albany, wo der Zug mit einstündiger Verspätung losfuhr. Das scheint normal hier zu sein erklärte er mir. Da die Gleise nicht Amtrak (der staatlichen Bahngesellschaft) gehören und Güterzüge immer Vorrang haben.
Da ich über 200km von Portland nach Corvallis in den Beinen hatte, wurde der Abend nicht mehr allzu lang. Über meinen tollen neuen Aufkleber (eat shit and die) kamen wir dann über Agriculture ins Gespräch und Susanne, die scheinbar einst in Neuseeland eine Farm betrieben hat, empfahl „Supersize me“. Dieser Film zeigt einen etwa 30jährigen, kerngesunden Amerikaner, der versucht hat 30 Tage nur von McDonalds Produkten gelebt hat. Er hat es überlebt, aber am Ende dieses Monats hat er 12 Kilo zugenommen und war krank. Alle seine Werte hatten sich verschlechtert, doch McDonalds war für ein Interview nicht zu sprechen.
In Corvallis kam ich auch in den Besitz eines guten Souvenirs. Wir aßen bei Nearly Normal’s zu Mittag. Gute Burrito aus rein vegetarischer Küche, die von einer Nachbarin von Aggi betrieben wird. Dazu muss man wissen, dass Corvallis in den 60ern eine kleine Hippie-Hochburg war und noch heute von sich behauptet Grün zu sein. So bezieht die über 50.000 Einwohner große Stadt ihren Strom aus erneuerbaren Energien und schimpft sich fahrradfreundlich. Bei rund der Hälfte an Studenten in der Stadt ist das fast normal.
Der Laden verkaufte Shirts aus Organic Cotton mit einem Logo oder so etwas auf der Front. Da dachte ich mich schlag zu. Das Shirt scheint zwar nur aus 6% Organic zu sein, aber ein gutes Ding.
Es wird noch einen Aufkleber mit der Landesflagge für’s Rad geben und für euch zu Hause Postkarten, aber dann reicht es auch mit Souvenir-Krams.
Der Zug macht gerade halt in Eugene und ich werde noch einen Bagel essen, etwas lesen und später schlafen.
Vielleicht noch ein paar Worte zu den ersten zwei Tagen auf dem Rad. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit mir und dem Rad. Es geht viel besser voran als früher und auch die Berge konnte ich gut überwinden. Die Strecke wies mir Google Maps recht zuverlässig. An einer Stelle war der Fahrradweg gesperrt und ich musste irgendwie parallel fahren, doch das ging dank Kompass sehr gut.
Am Abend gelangte ich dann in Salem an und überlegte noch weiter nach Corvallis zu fahren. Zum Glück tat ich es nicht, denn die rund 30km dort hin waren in Wirklichkeit 70km. Ich hätte es niemals geschafft. So suchte ich mir in Salem einen guten Platz für mein Zelt etwas außerhalb der Stadt. Da war zwar kein Camping Platz, aber für eine Nacht unter einem Haselnussbaum sollte das wohl mal gehen.
An der Küste gibt es etliche Plätze. Ich freue mich auf Californien, die Sonne und auch bald Mareike und Lasse zu treffen.

Have a nice time guys. Auf bald…

PS: Der Eintrag geht aus einem Starbucks in San Francisco online. Nicht so gemütlich deswegen gibt es vorerst keine neue Fotos. Suche gleich die Greyhound Busstadion auf und hoffe, dass mit meinem Rad alles glatt geht. Dann werde ich heute Abend in Eureka sein und dort eine Nacht bleiben. Morgen geht’s dann in die Cheese Factory in der Nähe (Hej Franz und Rainer soll ich euch was mitbringen? ;-). Und in sechs bis sieben Tagen sollte ich dann wieder in San Francisco sein. So far…

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Schlaflos in Seattle?

Ganz im Gegenteil, erstens kenn ich diesen Film nicht und zweitens bleibt trotz aller touristischen Unternehmungen genung Zeit zu schlafen. Der Jet-Lag scheint einigermassen verdaut zu sein und ich frisch und munter fuer neue Unternehmungen.

Starbucks ist neben Boeing, Microsoft und Amazon eines der Unternehmen die aus Seattle kommen und somit in fast jedem Block zu finden. Wir halten uns tapfer und mussten diesen Laden bis jetzt nicht aufsuchen, obwohl wir mir bereits verraten wurde, dass es dort kostenloses W-Lan, auch vor dem Laden gibt.

Stattdessen verweilten wir im Zeitgeist, einem sehr guten Cafe in der Naehe des Columbia Tower. Erst also Entspannung bei leckerem Lavendel cake und dann ein wahnsinniger Ausblick vom hoehsten Gebaeude der Stadt.
Wuerden die Wolken nicht ein wenig den Blick in der weite versperren, waere es amazing. Aber auch so schon wahnsinnig gut.

Der Tag heute fuehrte uns zum Public Market in Downtown. Ein touristisch gepraegter Markt fuer Lebensmittel und Kunstkrams. Unter anderem auch der erste Starbucks befindet sich hier. Dort vorbeizuschauen lohnt sich in jedem Fall und sei es nur um im deutschen „Tante Emma“ Laden ein paar typisch deutsche Dinge zu kaufen und seine Bestellung auf deutsch aufzugeben.

Wer selbstgebrautes regionales Bier geniessen moechte, der geht zu Elysian in Capitol Hill. Diverse Sorten koennen dort direkt neben den Braukesseln eingenommen werden. Wie ueberall gilt es Bier nur gegen ID, aber dafuer lohnt es sich.
Das amerikanische Bier geniesst ja nicht den besten Ruf, drum gibt es in Seattle mindestens drei „deutsche“ Kneipen in denen es diverse deutsche Biersorten gibt. Einige die mir bis dato nicht bekannt waren. „Lass dir raten, trinke Spaten“. Ist gut, kommt aus Muenchen und scheint einfach der Inbegriff dessen zu sein, was man hier von Deutschland versteht. Oktoberfest, Weisswurst, Sauerkraut und so weiter werden doch stark mit meinem Heimatland in Verbindung gebracht.

Auf Kosten der Steuerzahler gab es am Mittwochabend dann ein Bier und eine Bretzel beim jaehrlichen Treffen der DAAD-Stipendiaten fuer mich. Mit einigen Professoren und ehemaligen Stipendiaten wurde gemuetlich geplauscht und anschliessend mit einigen noch im College INN weiter „gefeiert“. Netter Abend.

Kurz vorher hatte ich mit im amerikanischen Pendant zu Globetrotter, REI einen warmen Schlafsack und einige weitere wichtige Ausruestungsdinge gekauft. Ein Traumladen mit guter Beratung und wahnsinniger Auswahl.

Morgen geht es dann mit Lucas ins suedliche Portland wo wir einen Tag gemeinsam verbringen werden. Von dort moechte ich dann am Sonntag mit dem Rad in ein bis zwei Tagen nach Corvallis fahren und Carolines Tante besuchen.
Portland werden wir mit dem Zug erreichen, die Fahrt ist bezahlbar und verspricht einige schoene Ausblicke. So wie ich informiert bin wird die Bahn hier auch eher als touristische Attraktion, denn als Fortbewegungsmittel benutzt und fahert auch nur wenige Male am Tag.

So long… Ich wuensche allen feierwuetigen Narren in Ganderkesee ein gutes Wochenende. Bleibt gesund und munter. Allen anderen, wo immer auf der Welt ihr euch gerade aufhalten moeget, alles Gute und auf bald.

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