Regenzeit

Ich sitze im Bus. Im Bus durch die kalifornische Landschaft bis nach Martinez. Eigentlich war das anders geplant. Eigentlich wollte ich schon viel weiter südlich sein und all die Meilen mit dem Rad zurücklegen. Doch jetzt schlägt die Stunde des Wetters, besser des Regens. Er ist gut für die Fische sagt mir ein Einheimischer gestern Abend im Hotel, aber nicht gut für die Fahrradfahrer in dieser Jahreszeit. Ich wusste, dass das Wetter um diese Jahreszeit noch nicht das beste sei. Traf während meiner Tour bislang nur zwei weitere Radler die ebenfalls nach San Francisco wollten. Wo sie abgeblieben sind weiß ich nicht. Ich macht gerade Pause und konnte so schnell nicht einpacken um mich ihnen anzuschließen.
Nachdem ich die Etappe (etwa 90km) von Eureka nach Burlingtion Campground bei strahlendem Sonnenschein und später unter unglaublich großen Redwoods hinter mich brachte, sollte der nächste Tag zur Wasserschlacht werden.
Aber alles der Reihe nach. Als ich am Morgen früh in Eureka aufbrechen wollte erschreckte mich die Meldung vom Seebeben und Tsunami in Japan. Sofort wurde ich mir bewusst, dass eventuell auch die Westküste, am Pazifik gelegen, betroffen sein könnte. Nach einen Klicks erfuhr ich, dass kleinere Wellen erwartet wurden.
Beim Frühstück riet man mir noch bis 11 Uhr zu warten. In Eureka fiel vorsorglich die Schule aus.
Um 11 Uhr gab es keine weiteren Neuigkeiten und ich setzte mich auf’s Rad. Wollte Richtung Hinterland und kam gut voran. Unterwegs sah ich einige Schaulustige, die die Welle mit einem Fernglas erwarteten. Ich fand das irgendwie nicht sehr lustig und hätte mich lieber verzogen. Nun ja…
Nach gut drei Stunden erreicht ich dann den bereits erwarteten „Humboldt Redwood State Park“ den ich über die „Avenue of the Giants“ durchqueren konnte.
Die Tour zog sich und zog sich und unterwegs kam ich bereits an zwei bis drei geschlossen Campingplätzen vorbei, so dass ich einige Sorge hatte keinen richtigen mehr zu finden.
Kurz vor Burlington Campground gesellte sich ein einheimischer Radler zu mir, der mich bis zum Campingplatz begleitete. Er berichtete von 10-15 Radlern täglich im Sommer und das ich erst der dritte im ganzen Monat sei, den er sehe.
Wie die freie Zeit nun mal fällt, so muss sie genutzt werden.

Auf dem Campingplatz begrüßte man mich recht herzlich und verkündete mir, dass ich die Nacht zwischen oder besser in einem riesigen Stamm eines Redwoods verbringen könnte.

Das wollte ich und so baute ich mein Zelt dazwischen auf. Wahnsinn.
Die Nacht blieb trocken und bereits um halb Neun saß ich wieder auf dem Rad. Nach wenigen Kilometer begann dann besagte Wasserschlacht. Es fing erst leicht an zu tröpfeln und regnete dann wie aus Eimern. Ich zog es vor mich unter eine Brücke zurückzuziehen, einen Tee zu trinken und den Regen abzuwarten.
Er ließ nach, hörte aber nie ganz auf. Ich strampelte was die Kraft her gab und fand mich schließlich nach nur etwa 35km im erstbesten Motel an der Strecke. Die warme Dusche und die trockenen Klamotten waren wohltuend. Hier konnte ich auch alles waschen und trocken und bin nun wieder gerüstet für neue Unternehmungen.
Welche noch nicht ganz konkret sind. Vorerst breche ich die Fahrradtour hier im Norden ab und fahre nach Davis zu Mareike und Lasse. Ob es dann noch mit dem Rad von San Francisco weiter gen Süden geht hängt vom Wetter ab.

Gelohnt hat es sich in jedem Fall das Rad mitzunehmen und ich komme gerne noch einmal im Sommer wieder um dann die ganze Strecke von Kanada nach Mexiko zu fahren. Wer beim Lesen Lust bekommen hat kann sich gerne bei mir melden und sich anschließen. Wann auch immer das dann sein wird.
Da M. und L. ab dem 18.03. Spring Break haben werden wir wohl gemeinsam die Bay Area unsicher machen und vielleicht bietet sich ja auch ein Tag am Strand, sowie ein Sprung in den Pazifik an. Cool wär’s schon.
So long. Unter Flickr gibt es wieder ein paar visuelle Eindrücke. Natürlich auch ein Bild vom Zelt im Baum. Ist leider etwas dunkel, da die Bäume doch extrem viel Licht schlucken.
Ahoi und seid alle ganz lieb aus Davis gegrüßt.

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