Von Mittelamerika zum Anza Borrego

Wir sind mittlerweile im Anza Borrego Desert State Park angekommen. Auch ein Desert Park, aber mit ganz anderer Vegetation. Keine Joshua Trees, dafür viel mehr blühende Kakteen und Büsche. Wir übernachten mitten im Park in einem „Hotel“, unsere bisher teuerste Unterkunft. Mit rund 35 $ pro Person deutlich mehr als die günstigen Motel Six der vergangenen Nächte.
Dafür konnten wir vorhin den grandiosen Sternenhimmel aus dem Whirlpool genießen, irgendwie dekadent, doch einfach gut. Haben wir uns auch verdient.
Viel haben wir noch nicht gesehen und freuen uns deshalb umso mehr morgen einen etwa drei Meilen langen Trail zu einem Wasserfall machen zu können, bevor wir Richtung Küste, eventuell Los Angeles aufbrechen werden. Vermutlich ist dort mit Regen zu rechnen, was Schade ist, weil wir die letzten Tage gute 20 bis 25 Grad hatten. Genau kann man das ohne die exakte Umrechnung von Fahrenheit in Grad leider nicht sagen. Dieses komplizierte System ist mir ohnehin sehr suspekt. Meilen in Kilometer gehen gerade noch, doch Yards, Foots und Inches werden genauso kompliziert wie eben Fahrenheit in Grad umgerechnet. Ich wundere mich, dass eine Stunde 60 Minuten hat und man sich da nicht auch absetzten wollte.
Am Vormittag sind wir von El Centro zur mexikanischen Grenze aufgebrochen. Das Auto mussten wir aus rechtlichen Gründe hinter der Grenze in Calexico lassen, um zu Fuß nach Mexicali zu gelangen. Die Stadt ist nicht besonders arm, wohl aus Grenznähe, viele fahren tagsüber in die USA um dort zu arbeiten und können mit ihrem Lohn dann in Mexiko sehr gut leben. Doch eine typische Touristenstadt ist Mexicali auch nicht, wir waren gefühlt die Einzigen. Bis auf ein paar Taxifahrer die durch hupen auf sich aufmerksam machten, wurden wir auch kaum aus Konsumgründen angesprochen. Letztlich verbrachten wir hier gut zwei Stunden, erkundeten die Stadt, sahen nette und aggressive Hunde. Hätten beinahe einen mitgenommen, aßen etwas, warm und fettige Teigstangen (Chorros). Meines ist das Essen immer noch nicht, besonders die pürierten Bohnen sind mir zuwider. .
Leider ist die Grenzstadt auch nicht sehr aussagend über das Land. Werde gerne noch einmal zurückkommen um nach Südamerika durchzufahren und mehr über Land und Leute zu erfahren.
Übrigens waren wir am Vortag von Indigo aus noch einmal im National Park und wanderten ungefähr 11km durch die Wüste zur „Lost Palm Trees Oasis“. Eine sehr geniale Wanderung. Leider verfing sich Lasse mit seiner Hand in einem Kaktus und hatte plötzlich mehr als 15 Stacheln in zwei Fingern stecken. Es gelang ihm sich zu befreien, zwar mühsam, doch mit Pinzette und Schere kam er ganz gut frei.
Die Oase liegt etwa fünf ein halb Kilometer vom Parkplatz aus entfernt und besteht eben aus verlassenen Palmen, die in einer Schlucht wohl ausreichend Wasser und Schatten zum Wachsen finden. Die Rücktour verlief dann mehr oder weniger im Laufschritt und dementsprechend zügig. Sogar Französinnen begegneten uns, was mehr oder weniger selten ist, weil außer älteren Amerikanern um diese Jahreszeit hier kaum Touristen unterwegs sind.
Amerikanische Senioren scheinen verstärkt ihr Haus zu verkaufen oder sich zusätzlich einen riesigen RV (Wohnmobil, besser „kleines fahrendes Haus“ in Busgröße) anzuschaffen. Hinten hängt dann meist noch ein SUV, welches die Fahrräder trägt, damit geht es dann durch die Staaten. Keine schlechte Alternative um alt zu werden.
Heute morgen sind dann tatsächlich die angekündigten Wolken  aufgezogen. Wir werden trotzdem aufbrechen. Die versprochenen Fotos werden im Verlauf des Tages folgen. Alles Gute und schon bis in einer Woche. Ahoi und liebe Grüße…

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