Welcome in the US

Von nebenan erklingt Gitarrensound und Gesang. Es wird musiziert, ab und zu wird eine Tuer zugeschlagen. Die Treppe knarscht und Menschen lachen. Das Haus ist aus Holz zumindest zu grossen Teilen. Ich bin gelandet in Seattle, in der 72nd Street in der „Hippie Kommune“ in der Lucas mit sechs weiteren Menschen wohnt und in der ich fuer ein paar Tage unterkommen kann. Es soll hier einen Hund geben, doch der hat sich bis jetzt nicht gezeigt und auch erst vier Mitbewohner habe ich kennengelernt.

Nachdem ich den ersten Flug von Newark hierher verpasst habe, weil die Grenzbeamten scheinbar an meinem Gepaeck Anstoss genommen hatten und mir dreimal die gleichen Fragen stellten: „Was wollen sie hier?, Wen besuchen sie?, Woher kennen Sie die Person?, Wie lange bleiben Sie?, Was machen Sie zu Hause?“ und so weiter. Zum Glueck konnte ich ohne Probleme umbuchen und war dann auch sechs Stunden spaeter in Seattle. Wo Lucas noch immer am Flughafen auf mich wartet und Pete uns mit dem Auto abholte. So erlebte ich die Stadt bei Nacht aus dem Auto heraus.
Eine Stadt die uebrigens aehnlich gross wie Bremen ist, etwa 500.000 bis 600.000 Einwohner. Einen Hafen wie Hamburg und viel Wasser in der Stadt und von oben. Denn geregnet hat es fast die ganze Zeit.

Davon abgesehen ist die Stadt sehr nett. Natuerlich bestaetigen sich einige typisch amerikanische Dinge. Aber deshalb gibt es doch auch Klischees. Die Menschen fahren hier eben gerne unnoetigerweise grosse Autos, essen gerne schlechtes Fast-Food (mein Fahrrad ziert seit vorhin ein wunderbarer Aufkleber „eat shit and die“, daneben die Logos von einigen bekannten Fast-Food-Ketten 😉 ) und sind trotzdem ganz normal, jeder fuer sich individuel, wie alle Menschen eben.

Heute morgen ging es dann gleich in die Universitaet, obwohl doch eigentlich Urlaub angesagt ist. Doch der Besuch lohnte sich. Der Campus wirkt sehr historisch traditionell, wobei die meisten Gebaeude fuer eine Ausstellung angelegt wurden und eher Fake sind.
Wir besuchten dann eine Vorlesung eines juedischen Professors aus New York der ueber die Geschichte der Juden in den 60er Jahren in den USA referierte. Eine sehr gute Veranstaltung. Unter anderem weiss ich nun mehr ueber die solidarischen Vereinigungen der Juden mit den Freiheitskaempfen der Schwarzen in den USA.

Auf unserem Weg zur Universitaet kamen wir an einem Community Garden vorbei. Dieser wird von der Stadt vermietet und bittet Menschen ohne Garten die Moeglichkeit Obst und Gemuese anzupflanzen und zu ernten. Eine sehr interessante und sinnvolle Sache. P-Patch genannt oder auch Urban Agriculture. Davon hatte ich schon aus Detroit gehoert, wo es im Stadtkern kaum oder gar keine Supermaerkte mehr geben soll. Die Menschen besinnen sich ihrer Faehigkeiten und bauen vielfach ihre Nahrungsmittel selbst und dezentral in der Stadt an. Genial.

So Lucas wird gleich aus der Stadt wiederkommen und dann wollen wir noch ein Bier trinken gehen. Morgen geht es dann nach Downtown und dann wird etwas geshoppt.

Hier ein paar Bilder von Stadt und Haus und hier in groesserer Aufloesung:



PS: Ich kann das sz nicht finden, deshalb Doppel-S. Sollte trotzdem lesbar sein.

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Schwups und rüber

Die vorletzte Nacht zu Hause bricht an, noch einmal im eigenen Bett schlafen. Sonntags gemeinsam mit der Familie frühstücken und Mittags ein kleines Abschiedsessen beim Chinesen genießen.
Von oben wummern die Bässe, Menschen sind am feiern.

Gestern ist mir bewusst geworden, dass ich bei der ESTA (einem amerikanischen Electronic System for Travel Authorization) einen Einreisegenehmigungsantrag stellen musste, vor meiner Einreise. Das ist mittlerweile erledigt und auch genehmigt worden. Ob meine Einreise dann auch wirklich klappt, dass wurde mir mehrmals bestätigt, hängt alleine vom zuständigen Grenzbeamten ab.

Mmh, wenn der dann gerade mal einen schlechten Tag hat, vielleicht morgens ein schlechtes Toast mit schlechtem Schoko-Nuss-Aufstrich und fettiger mit Stücken gespickter Milch verzehrt hat. Ihm oder ihr schließlich gesagt wurde, dass ihre Partnerschaft auseinander gehen würde und die Darlehnsschulden des unbezahlten Hauses bei ihm/ihr hängen bleiben würden. Dann, ja dann könnte es für einen bärtigen, auch wenn kein Terrorist und in keinem der Weltkriege Aktiven, Menschen wie mich eng an der Grenze werden.

Doch davon wollen wir doch nicht reden…
Wirklich willkommen fühle ich mich nach dieser Prozedur sicher nicht.
Ein gewisser Sicherheitsstandard ist angebracht, aber das gleich all meine persönlichen Dinge nach belieben durchsucht werden können – normalerweise braucht man dafür so etwas wie einen Durchsuchungsbefehl, wenn ein Haus drum rumsteht. Zumindest geben viele der Sonntagsabendkrimis den Anschein. Na sollen sie mal schnüffeln und mich als mutmaßlichen „Was-weiß-ich“ ansehen. Ich bin das nicht und einfach ich.

Heute dann rollte mein bepacktes Fahhrad ein letztes Mal über heimischen Boden.


Ich konnte beruhigt feststellen, dass alle Klamotten in die Taschen passen und ich noch ausreichend Platz für Verpflegung habe, einen warmen Schlafsack und vielleicht noch ein Netbook oder Ähnliches.
Aus diesem Grund habe ich kurz vor Toreschluss einem größeren Elektronikfachgeschäft einen Besuch abgestattet um schließlich nichts zu kaufen. Die Beratung war wieder einmal Spitze und ich der Meinung, dass vor Ort doch günstiger eingekauft werden kann.
So versorgt ich mich noch mit zwei leckeren Aufstrichen von Alnatura (soviel Werbung muss sein und ich verspreche, da kommt noch mehr) und sauste wieder nach Hause. Wo ich zum Abschied ein leckeres Bananen-Aprikosen-Curry verspeiste.

Abschließend noch ein, zwei Sätze zu dem, was hier und mir in den nächsten Wochen passieren wird:
Montag geht ein Flug in die USA, genauer nach Seattle. Ich habe das große Glück mitfliegen zu dürfen und werde dann dort den L. besuchen, um von ihm Richtung M. und L. aufzubrechen. Die Strecke werde ich mit Rad und Zug zurücklegen und hoffentlich bei Camping-Wetter viele tolle Landschaften und Menschen kennenlernen. Ende März geht dann mein Flug von Sacramento zurück nach Bremen.
Hier werde ich versuchen Reisetagebuch zu führen. Interessierte sind herzlich eingeladen mitzulesen, zu kommentieren und vielleicht ein wenig ihr Fernweh zu stillen.

Darauf hinweisen möchte ich für Ganderkesser Menschen noch auf unseren wirklich netten und kompetenten Fahrradmenschen von Rückenwind.
Ihr findet das Werkstatt-/Ladenlokal in der Rathausstraße.
Vielen Dank nochmals für die lieben Tipps und der Hilfe bei der kleinen Wartung meines Rades.
Mehr Infos hier: http://pofahl.de/rueckenwind.htm

Gute Nacht Menschen, Gute Nacht Welt. Auf ins Abenteuer…

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ein paar Dinge…

… konnte ich mir nicht verkneifen schon zusammenzulegen.
Eigentlich müsste ich nämlich noch lernen. Morgen steht die letzte Klausur des Semesters an und auch sonst sind noch so einige Dinge zu erledigen bevor am Montagmorgen mein Flug nach Seattle startet.

zelt, reiseführer und etwas mehr liegen bereitGepäck in einer schlechten Aufnahme, doch für mehr reicht die Zeit nicht.

Ich bin voller Vorfreude und gespannt, was ich alles erleben werde. Ich freue mich M. und die zwei Ls wieder zu sehen. Neue Menschen kennenzulernen und einfach eine Zeit lang nicht in den UNI-Krams verstrickt zu sein.

So jetzt muss ich aber noch mal ein wenig lernen. Ich werde die Welt und alle Interessierten hier weiterhin schriftlich und visuell auf dem Laufenden halten.
Morgen wird es zum Beispiel einen großen Karton für mein Rad geben, der es dann sicher über den Teich bringen soll.

Lasst es euch gut gehen und alles Gute, liebe hugs (ja, das war English – muss ja langsam ein wenig üben und mein Wortschatz etwas aufpeppen ,-) ).

Ahoi!

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Testlauf

Guten Tag meine Damen und Herren, Moin Moin Genossen,

dies wird ein kleiner Versuch einen Blog zu initieren über den ich im März einige Erlebnisse für mich, meine Freunde, Familie und die Welt festhalten möchte.

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